gViBKD7o

  • Geboren wurde ich am 1. April 1968 in Münster/Westfalen.
  • Ich absolvierte eine Lehre zur Bankkauffrau, habe das 1. Staatsexamen Primarstufe und bin Pferdewirtschaftsmeisterin.
  • Im Juli 2001 heiratete ich Andreas Busacker. Wir haben zwei Töchter, Greta (2002) und Philippa (2010).
  • Seit meiner Jugend starte ich in den drei Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit. Schwerpunkt meiner Arbeit ist die gezielte Ausbildung von jungen Pferden bis zur Championatsreife.
  • Seit 1998 betreibe ich einen Turnierstall mit 10 Pferden (Dressur, Springen, Vielseitigkeit).
  • Die Dressurausbildung im Sinne der klassischen Reitweise erhielt ich von meinem Vater, Dr. Reiner Klimke. Nach seinem Tod 1999 unterstützte mich bis 2016 Major a.D. Stecken.
  • In der Vielseitigkeit arbeite ich gemeinsam mit dem Bundestrainer Hans Melzer und dem ehemaligen Bundestrainer Christopher Bartle.
  • Meine Springausbildung übernahm in meiner Jugend Fritz Ligges; sie wurde durch Aufenthalte in Kanada bei Ian Miller sowie durch Lehrgänge unter anderem bei Anne Kursinski verfeinert. Seit 2000 trainiere ich mit dem ehemaligen Bundestrainer der deutschen Springequipe, Kurt Gravemeier, der mich auch auf allen Olympischen Spielen betreute.
  • Wilfried Gehrmann unterstützte die Ausbildung der Pferde mit der Langzügelarbeit.
  • Hier ein wenig Familiengeschichte: http://www.eurodressage.com/equestrian/2013/01/22/ruth-klimke-backbone-success-klimke-dynasty
  • Den P.S.I. Award 2017 in der Kategorie „Sport“ erhielt ich für herausragende Leistungen im Reitsport.
  • Den Smash-Award -ein Social Media Innovationspreis- erhielt ich 2017 in der Kategorie „Einzelsportler/ Duo mit den meisten Facebook Likes“.
  • 2017 wurde ich zur „Sportlerin des Jahres 2016“ der Stadt Münster gewählt – zum neunten Mal inzwischen nach 2015, 2013, 2008, 2007, 2006, 2005, 2004 und 1999. Kein anderer Sportler der Stadt wurde so oft mit dem Titel bedacht.
  • 2016 wurde mir der „Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen“ durch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft als Zeichen der Anerkennung für besondere Verdienste zugunsten der Allgemeinheit verliehen.
  • 2016 wurde ich durch den Bundespräsidenten Joachim Gauck mit dem „Silbernen Lorbeerblatt“ für sportliche Spitzenleistungen ausgezeichnet, zum vierten Mal nach 2012 (durch Bundespräsident Joachim Gauck), 2008 (durch Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble) und 2005 (durch Bundespräsident Horst Köhler).
  • 2016 wurde mir der „Friedensreiterpreis“ für besonderes Engagement im Pferdesport überreicht. 2004 erhielt ich den „Friedensreiterpreis“ bereits zusammen mit der Vielseitigkeitsmannschaft von Athen.
  • 2014 erhielt ich als Anerkennung für den Einsatz zum Wohle der Stadt Münster die „Silberne Kiepe“.
  • Das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei (DOKR) zeichnete im Jahr 2013 in der Stuttgarter Schleyerhalle Dresden Mann mit dem „Otto-Lörke-Preis“ aus. Der Otto-Lörke-Preis wird jährlich an den Reiter, Ausbilder und Besitzer desjenigen, höchstens zehn Jahre alten Dressurpferdes, das dem Dressurausschuss durch besonders herausragende Erfolge in Grand-Prix-Prüfungen in Deutschland aufgefallen ist, vergeben.
  • 2012 wurde mir der Titel „Reitmeister“ für herausragende Leistungen im Sattel, langjährige herausragende Ergebnisse als Ausbilder sowie nachahmenswertes Engagement für den Reitsport verliehen.
  • 2017 wurde ich zum Ehrenmitglied des Wiesbadener Reit- und Fahr-Club e.V. ernannt.
  • Im Rahmen der 13. Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes wurde ich im Dezember 2016 auf Vorschlag der Athletenkommission in den Kreis der Persönlichen Mitglieder des DOSB gewählt .
  • Seit 2013 bin ich Botschafterin des Weltreitsport-Verbandes. Die International Equestrian Federation (FEI) hat mich zur Botschafterin für ihr weltweites Entwicklungsprogramm „FEI-Solidarity“ ernannt.
  • Seit seiner Gründung im Jahre 2002 bin ich Vorstandsmitglied des Westfälischen Pferdemuseums.
  • Ich bin Dozentin für das Deutsche Institut für Pferdeosteopathie (DIPO).
  • Für das Mercedes-Benz-Forum stehe ich für Vortäge zur Verfügung.
  • Im Rahmen der Lehrgangsserie „DIE ALTEN MEISTER“ halte ich Vorträge mit Live-Training.
  • Seminare und Vorträge halte ich für die PM´s der FN.
  • National und international (Südafrika, USA, Kanada, Belgien, Norwegen, Finnland etc.) erteile ich Dressur-, Spring- und Vielseitigkeitslehrgänge.
  • Ich war von 2012 bis 2014 Präsidentin des Deutschen Reiter & Fahrer Verbandes.
  • Mehrere Jahre war ich Stützpunkttrainerin, Schwerpunkt Dressur für Ponys, Junioren und Junge Reiter.
  • Als Ausbilderin war ich tätig bei den Meisterlehrgängen der Westfälischen Reit- und Fahrschule in Münster.

ipqcBGCR

 

SAMSUNG

 

mBU86kqL

duennerorange2016

Brief an Chris Bartle

Lieber Chris,

es brannte mir schon sehr lange auf der Seele, Dir ein paar Zeilen nach unseren 16 gemeinsamen Jahren zu schreiben. Dieser Brief ist mir sehr wichtig und ein paar Zeilen hätten nicht ausgereicht, unsere letzten 16 Jahren zu beschreiben.
Du hast schon immer an meinem Gesicht gesehen, wie es mir geht und wenn Du mich jetzt sehen könntest, würdest du ein Gesicht mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen.

Als wir uns kennen lernten, war der Name Chris Bartle in meiner Familie ein Begriff für einen erfolgreichen, englischen Dressurreiter. 1984 hast Du mit meinem Vater bei den Olympischen Spielen in Los Angeles zusammen in der Dressur um die Medaillen im Einzelfinale gekämpft und warst Fünfter. Damals berichtete mein Vater, dass er sehr gerne mit Dir zusammengearbeitet hat. Umso schöner, dass unsere Wege sich dann wieder kreuzten, als Du Bundestrainer für die Vielseitigkeitsreiter in Deutschland geworden bist.
Mit Freude erinnere ich mich an unser erstes Geländetraining, bei dem Du mir versucht hast zu erklären, dass ich mit einem deutlich längeren Zügel („Hände unter den Augen“!) im Gelände reiten sollte. Das war für mich sehr ungewohnt, da ich bis dahin die Tendenz hatte, im „luftleichten Sommersitz“ zu galoppieren. Die Hände hatte ich entweder an den Pferdeohren oder hinter den Trensenringen. Immer mit der Gefahr, dass ich bei Tiefsprüngen – besonders ins Wasser – eine deutliche „vorwärts abwärts Nickbewegung“ im Oberkörper hatte und auch schon mal in „Wohnungsnot“ geraten bin.

Ich sehe uns noch  am Teich von Luhmühlen – von allen Seiten rein und raus springend – immer mit den Worten: „Open your fingers and let the reins slip through!“

Gleichzeitig durfte ich nicht mehr ins Wasser gucken, sondern sollte dahin schauen, wo ich rausspringen wollte. Der Oberkörper sollte dabei senkrecht sein und Deinen Kommentar „Your head must touch his tail!“ habe ich heute bei jedem Tiefsprung oder Wassereinsprung im Ohr.
Mein 5-jähriges Probepferd musste damals unzählige Male diese Übung wiederholen, doch das Erlernen des Sicherheitssitzes hat sich gelohnt!

Deine bewährte Zügelbrücke im Gelände habe ich gerne übernommen und fühle mich auch heute noch in schwierigen Situationen viel sicherer.

Gerne erinnere ich an die Video-Analyse der Europameisterschaft in Blair. Wir mussten beide schmunzeln, als du mich als Beispiel für den zu weit vorne liegenden Oberkörper gezeigt hast – dabei hatte ich insgeheim gehofft, als positives Beispiel gezeigt zu werden :-).

Viele lustige Momente haben wir auch bei den unzähligen Testrunden mit Probepferden erlebt. Von wilden Hengsten, die Du nicht von der Longe abmachen wolltest, bis über das Finden von Braxxi war alles dabei. Dein häufigster Kommentar beim Probereiten war: „There are plenty more fishe in the sea!“

Von Dir habe ich auch den flotten „Chris-Bartle-cross-country-walk“ lernen müssen, denn keiner ist schneller und unermüdlicher mit seinen Reitern bei der Geländebesichtigung unterwegs als Du. Dabei hast Du mir immer wieder wesentliche Details im Gelände eröffnet, an denen ich alleine vorbeigelaufen wäre. Von Dir habe ich gelernt, den Geländekurs immer aus den Augen des jeweiligen Pferdes zu analysieren. Das Zählen der Galoppsprünge rückte in den Hintergrund, der „preperation-point“ rückte mehr und mehr in den Vordergrund!

Einer der schwersten Kurse, den ich je geritten bin, war Burghley 2013. Ohne Deine Unterstützung hätte ich mich sicherlich nicht getraut, dort zu reiten.

Nach der Prüfung war es mir immer besonders wichtig, meine brennendste Frage loszuwerden: „What can I do better?“ Wenn wir beide zufrieden waren hatte ich mein Ziel erreicht, auch wenn es nicht die goldene Schleife war.

Besonders geschätzt habe ich auch Deinen Dressurunterricht. Du kannst Dich auf jedes Pferd einstellen und reitest von unten mit. Egal ob Headshaker, „heißer Ofen“ oder Sensibelchen – Du hast es geschafft alle Pferde vertrauensvoll zum Strahlen zu bringen.

Für uns gab es nie sprachliche Barrieren, sondern immer wieder Situationen zum Lachen. „He looks like a Hirsch!“

Die Arbeit mit Dir hat mit so viel Freude gemacht, dass ich keinen Lehrgang und keine Unterrichtseinheit mit Dir verpasst habe. Immer gab es neue Anregungen, z.B. das Reiten mit Halsring.

Jeden Herbst war ich wehmütig, da ich wusste, dass die nächste Unterrichtsstunde erst nach der Winterpause stattfinden wird – das war manchmal ganz schön lang.
Eine Situation werde ich nicht vergessen! Als wir zum abschließenden Galopptraining für die Weltreiterspiele in Kentucky in Brochterbeck ohne Carmen die Pferde sattelten, wolltest Du Braxxi festhalten. „I hold him like a racehorse“ waren noch Deine letzten Worte, bevor Braxxi mit dem Sattel unter dem Bauch versuchte, Peter und Dibo einzuholen, die schon am Berg galoppierten. Nachdem wir ihn wieder eingefangen hatten und ich erneut versucht habe aufzusitzen, konntest Du den wilden Braxxi wieder nicht festhalten. In diesem Moment habe ich ernsthaft befürchtet, dass Du uns in Kentucky vielleicht lieber doch nicht dabeihaben wolltest.

Aber wahrscheinlich hast du in diesem Moment nur wahrgenommen, wie schnell Braxxi galoppieren kann und deshalb in London vor unserem Start ins Gelände gesagt: „He is fast like a rabbit, let him run like he wants!“
Aber es gab auch traurige Momente und große Enttäuschungen für mich. Braxxis Springen war immer wieder eine große Enttäuschung und ich war oft haltlos und am Boden zerstört. In diesen Momenten hast Du an uns geglaubt, auch wenn nicht mehr viele an uns geglaubt haben.

Keiner hätte schöner über Braxxi sprechen können als Du bei seiner Aufnahme in die Hall of Fame und Verabschiedung in Luhmühlen.

Bei jedem Lehrgang habe ich mich immer auf die abendlichen Videoanalysen gefreut. Deine Analysen waren bis ins letzte Detail durchdacht und Deine so plausiblen und anschaulichen Erklärungen haben mich sehr begeistert und ich konnte so viel davon lernen. Ich werde mein von Dir gelerntes Wissen weitergeben, damit möglichst viele Reiter davon profitieren können.

Bei den Championaten war es Tradition, dass Du mit einer Rede Dein Team eingeschworen hast. Bei unseren ersten gemeinsamen Olympischen Spielen in Athen hast Du alle Reiter damit überrascht und dem Teamgeist eine neue Bedeutung gegeben.
Lieber Chris, die Jahre mit Dir als Trainer waren für mich etwas sehr Besonderes! Ich werde Dir immer dankbar sein, dass ich so viel von Dir lernen durfte und ich freue mich jetzt schon darauf, wenn Du – dann in einer blauen Jacke – in die „Villa Klimke“ kommst und den ein oder anderen Milchkaffe mittrinkst.

Ich wünsche Dir viel Freude bei Deinen neuen Aufgaben und Herausforderungen. Deine Entscheidung kann ich gut nachvollziehen — wenn auch schweren Herzens.

Ingrid